December 7, 2020

Testbericht: HP 24W Monitor bei Lidl - würd ich nicht nochmal kaufen.

HP == Heulnet Patrick?

Hach, zweimal innerhalb einer Woche mit HP Produkten in die Schüssel gegriffen. Rekordverdächtig! Gut, bin halt ich. Ich hab nun mal spezielle Bedürfnisse. Aber der Reihe nach.

Unboxing

Am Karton wurde kein Cent zu viel ausgegeben. Nix mit Laschen, Kunststofftragegriff oder anderem Firlefanz. Einfach dünne Pappe und ein bisschen Klebeband. Warum eigentlich nicht immer so? Ich hab das Teil ja gekauft, um damit zu arbeiten, nicht um es auszupacken. Die Verpackung möchte ich dann möglichst ohne schlechtes Gewissen entsorgen. Da brauche ich keine “Experience”!

Der Monitor selbst hat einen HDMI und einen VGA Eingang. Mitgeliefert wird aber nur das HDMI Kabel. Gut, da will ich jetzt nicht meckern, wer noch VGA verwendet hat (wahrscheinlich) auch Kabel und was nicht genutzt wird kann man auch weg lassen. Kleiner Beitrag zur Vermeidung von Elektroschrott eben.

Der Standfuß ist, wie erwartet, spartanisch. Ein bisschen hässlich, neig-, aber nicht höhenverstellbar und bietet sicheren Stand solange man nicht am Schreibtisch wackelt oder zu schwer atmet. Der Zusammenbau unterwältigt etwas. Aber hey, für den späteren Betrieb spielt das keine Rolle mehr.

Es werde Licht

Die erste Inbetriebnahme ist mit einem Kulturschock verbunden: knallige Farben mit starkem Kontrast und hoher hoher Helligkeit. Der Desktop erstrahlt in nie gekannter bonbonhaftigkeit die einen instinktiv zur nicht im Lieferumfang enthaltenen Sonnenbrille greifen lässt. Nun gut, das ist jetzt halt Einstellungssache und wenn der Produktdesigner bei HP Aktien einer Augenklinik besitzt, dann ist das halt so.

Bei den Monitoreinstellungen hat sich HP was Lustiges einfallen lassen. Die entsprechenden Knöpfe dazu sind:

  1. unbeschriftet
  2. auf der Rückseite des Gerätes (wo man die Beschriftung sowieso nicht sehen würde).

Die Idee ist hier das man um den Monitor herumgreifend, die Knöpfe ertasten soll und die Beschriftung dann per OSD angezeigt wird. Allerdings sind die Knöpfe sind wenig erhaben und auch dicht bei einander. Die Bedienung erfordert also ein klein wenig Übung und gute Hand/Auge Koordination. Aber hey. Auch da kenn ich Schlimmeres und wenn man den Monitor einmal eingestellt hat, dann packt man das auch nicht mehr an.

Die Presets im OSD Menu enthalten die üblichen Verdächtigen: kalt, warm, lau. Welche man nimmt ist eigentlich egal. Der Produktdesigner hatte ein Problem mit Blau. In allen Fällen ist entweder zu viel oder zu wenig enthalten. Die Voreinstellung “Warm” erzeugt beinahe einen Sepia Effekt. Bei “Kalt” hingegen geht’s auf der Netzhaut heiß her. Lediglich “Neutral” ist über längere Zeit tolerierbar, aber auch das ist nicht wirklich zur ernsthaften Bildschirmarbeit zu gebrauchen. Insbesondere da sich irgendwie nicht der Eindruck gleichmäßiger Helligkeit einstellen will (oder einstellen lässt).

Der Deal Breaker

Neue Schuhe drücken, neue Monitore stellen anders dar. Muss man sich halt dran gewöhnen. Das geht. Was aber gar nicht geht ist, dass wenn ich ein SSH Fenster (weiße Schrift auf schwarzem Grund) offen habe, da drin ein Logfile durch läuft, und plötzlich das Desktop Wallpaper (naja… “Wallpaper” heißt in meinem Fall #152233 solid). anfängt zu kriseln. Lauter dünne vertikale, Streifen, die wie ein Echo der Logzeilen aussehen und sich auch mit diesen nach oben bewegen.

Tja, stellt sich heraus, dass es im OSD Menu einen Einstrag “Sharpness” (warum ein in Deutschland verkauftes Produkt nicht von Werk aus auf die deutsche Sprache voreingestellt ist, erschließt sich mir nicht — es gibt auch den Menupunkt “Languages”).Standardmäßig steht der auf 4 (“mittel”). Kann man ausstellen, dann sind die Artefakte weg, dafür sind dann aber auch die Logzeilen leicht verschwommen.

Ok, das ist dann halt ein Firmware Bug, vermutlich einer von denen, die extra für mich entworfen wurden. Wer sonst käme wohl auf die Idee, seinen Monitor über den vorhandenen VGA Port anzuschließen und bewegten Text in der Farbkombination #ffffff , #000000 und #152233 darstellen zu wollen. Aber hey, das ist nun mal mein Use Case und das muss das Teil dann halt auch können.