# COVID-19

Saturday, May 30, 2020

Ich hab ja so echt kein Verständnis für Menschen, die sich beschweren, dass Face ID wegen Mundschutz nicht geht. Entweder man nimmt Sicherheit ernst und macht es richtig, oder man lässt es einfach ganz bleiben. Face Id ist jedenfalls genauso bekloppt wie Haustür abschließen und Schlüssel von außen im Schloss stecken lassen (Wer euch das Handy abnehmen kann, kann es euch auch vors Gesicht halten).

Saturday, May 2, 2020

SARS-CoV-2 Bluetooth Kontaktverfolgungsapps sind eine immens bescheuerte Idee!

Reden wir doch mal, für nicht-Informatiker verständlich, darüber wie Bluetooth Kontaktverfolgung (nicht) funktioniert, woran scheinbar einfache Lösungen in der Praxis scheitern und warum das dann gerne katastrophale Konsequenzen nach sich zieht.

Tuesday, April 28, 2020

Aha! Der deutsche Landkreistag hat sich zu Wort gemeldet und findet, dass “die” Corona App verpflichtend, mit Registrierung bei den Gesundheitsämtern, installiert werden soll. Datenschutz würde man schon irgendwie geregelt bekommen.

Wir erinnern uns, vor vier Wochen hat man es geregelt bekommen, dass Gesundheitsämter Quarantänelisten mit der Polizei teilen mussten — ohne das es dafür eine eindeutige Rechtsgrundlage und einen konkreten Verwendungszweck gab oder überhaupt nachvollziehbar war, wer Zugriff hatte.

Monday, April 27, 2020

Ab heute also Maskenpflicht…

Na dann, Dreieckstuch aus dem abgelaufenem Verbandskasten vor die Nase und mit breitem Grinsen zur Bank zum Geld abheben! Datenschutz fürs Gesicht halt. Die ganzen Überwachungskameras im öffentlichem Raum gingen mir schon immer gegen den Strich.

Es sind die kleinen Dinge, die eine Krise erträglich machen.

Tuesday, April 21, 2020

Schön zu sehen, dass PEPP-PT gerade nach allen Regeln der Kunst verkackt, noch bevor das Projekt aus dem Planungsstadium raus ist.

Was vielen nicht klar sein dürfte: PEPP-PT & Co sind keine keine vorübergehende Maßnahmen, die in ein paar Monaten wieder abgeschaltet werden, wenn die Corona Krise vorbei ist. Die Krise geht nicht vorbei (jedenfalls nicht ohne Impfstoff und bessere Heilmittel)! Selbst wenn wir es schaffen, Deutschland in ein paar Monaten COVID-19 frei zu bekommen, wird es damit noch lange nicht endgültig vorüber sein. Es gibt viele Orte auf der Welt mit miserabler medizinischer Versorgung (Slums, Flüchtlingscamps,…) in denen das Virus überleben und von wo es jederzeit wieder eingeschleppt werden kann.

Es ist der Zeitpunkt des Einschleppens, wann sich Kontaktverfolgung lohnt (während der Epidemie ist sie völlig witzlos). Solange COVID-19 also nicht weltweit ausgerottet ist, müsste die Schnüffelsoftware also auf unseren Telefonen installiert bleiben. Wir reden hier davon uns über Jahrzehnte intimst überwachen zu lassen und es ist hoffentlich niemand mehr so naiv zu glauben, dass da mit der Zeit keine Begehrlichkeiten entstehen und das System zweckentfremdet wird.

Thursday, April 2, 2020

Kurze Durchsage an alle, die meinen, in Coronazeiten solle man das mit dem Datenschutz doch nicht soooo genau nehmen:

Im Schnitt steckt ein Infizierter zwei bis drei andere Menschen an. Für eure “Opfer” bedeutet das dann 14 Tage alleine zu Hause ohne Sex. Na, wollt ihr wirklich, dass die dann wissen, woher sie’s haben?

Wednesday, April 1, 2020

Ich predige ja schon die ganze Zeit, dass infection tracking via Smartphone (app) ‘ne Schnapsidee ist. Aber hey, wie es Arthur C. Clarke schon so schön formulierte:

Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.

Computer sind für die meisten Leute nun mal Magie, in Krisenzeiten haben Wundermittel Konjunktur und deshalb möchte die Politik halt unbedingt daran glauben, dass alles gut wird, wenn wir nur endlich (irgend)eine App hätten.

Tja, nehmen wir uns z.B. mal Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing. Technisch eigentlich ‘ne ziemlich spannende Idee. Jedes Smartphone auf dem die App installiert ist erhält eine Chiffrenummer, die ständig per Bluetooth an alle anderen Geräte in der Umgebung gesendet wird. In regelmäßigen Zeitabständen fragt dann das Handy bei einem Server nach, ob sich eine der Chiffren, die es in den letzten 14 Tagen “gesehen” hat, als infiziert gemeldet wurde. Sollte das der Fall sein, soll sich der Nutzer selber testen lassen und, bei positivem Resultat, seine Chiffre als “infiziert melden. Schönes Protokoll, datenschutzrechtlich sogar unbedenklich (man bleibt jederzeit anonym und es werden außer der Chiffre keine weiteren Daten benötigt), aber ultimativ nutzlos. Warum? Ganz einfach: den Punkt an dem wir Corona durch strikte Quarantäne hätten ausrotten können ist längst überschritten. Das Virus wird jetzt durch die gesamte Bevölkerung gehen bis wir entweder einen Impfstoff oder Herdenimmunität entwickelt haben. Sobald ein bestimmter Durchseuchungsgrad erreicht ist, kann ich mich darauf verlassen, den nächsten Ping bereits unmittelbar nach einem Test zu erhalten, d.h. ich sollte mich jederzeit so verhalten, als sei ich potentiell infiziert, was genau das ist, was wir sowieso schon seit 2 Wochen tun, ohne uns zusätzlich mit einer App kirre zu machen.

Natürlich ist PEPP-PT nicht völlig sinnlos, auch wenn es in der Sache wenig hilft. Zumindest kriegt die Politik so ihr Gris-gris und kommt dann vielleicht nicht auf die Idee bei Firmen wie Palantir zu kaufen.

Tuesday, March 31, 2020

Aha! Nachdem sich so langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass das mit der Handyortung technisch und rechtlich ‘ne Schnapsidee war, soll es jetzt also eine Smartphone App richten, die wir uns dann alle freiwillig installieren. Merke: es gibt keine Idee die so blöde ist, dass nicht irgendwer mit noch blöderen Alternativen um die Ecke kommt.

Für die Entwicklung einer (“einfachen”) App kann man vom Konzept bis zum lauffähigem Produkt so um die 6 Monate rechnen. Ein Konzept außer “wir brauchen jetzt halt eine App” scheint es nicht zu geben und in 6 Monaten können wir uns das Infektionsketten nachvollziehen auch schenken. Der Zug ist schon jetzt abgefahren.

Aha! Der Berliner Senat arbeitet an einem Bußgeldkatalog. Wer ohne Grund rauß geht soll zahlen. Na, noch jemand fragen, warum Handyortung/tracking ‘ne ganz blöde Idee ist?

Laut dem ursprünglichen Entwurf, der dem Tagesspiegel vorliegt, würden beispielsweise Verstöße gegen den Mindestabstand im öffentlichen Raum künftig 50 bis 500 Euro kosten.

Na dann, viel Spaß beim Einkaufen gehen. Das könnte teuer werden.

Friday, March 27, 2020

Aus der beliebten Kategorie “Lieber irgendwas als gar nichts tun”:

Neue Supermarktregel “Einlass nur mit Einkaufswagen, jeder Kunde einen Wagen” *. Schön, wir üben also indirekt (eine Wagenlänge) Abstand zu halten, dafür geben wir uns jetzt halt alle indirekt die Hand.

*Ja, mir ist auch klar, dass man so die Anzahl der Personen im Markt begrenzen kann, aber vielleicht sollte man mal darüber nachdenken, dass bei einer Grippe zuerst Schmier- und erst später Tröpfcheninfektion auftritt, d.h. die Reduzierung von Oberflächenkontakten hat erst mal Priorität über dem Sicherheitsabstand. Es ist in jedem Fall besser, Kunden mit eigenem Korb in den Markt zu lassen, statt ihnen einen Alibi desinfizierten Einkaufswagen aufzuzwingen. Zählen kann man auch völlig kontaktfrei (z.B. per Smartphone App).